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Eines schönen Tages kaufte ich mir das Buch "der Schwarm" von Frank Schätzing. Es passte hervorragend zu einem gegenwärtigen Illustrationsthema, was ich habe "die Tiefsee".

Nun, schon nach wenigen Seiten merkte ich, dass ich es nicht unbedingt mit einem literarischen Weitwurf zu tuen habe, auch wenn das Buch wochenlang auf Platz eins bei der Spiegel-Bestsellerliste rumeierte.

Zunehmend entwickelte sich das Buch vorallem durch die eindimensionale, klischeehafte Charakterisierung der Figuren zu einem Ärgernis. Aber aufgrund des immernoch interessanten Themas blieb ich dran.

Aus einer Laune heraus begann ich die Leerstellen zwischen Kapiteln mit kleinen Zeichnungen zu verzieren, die meine Gedanken widergaben.

Denn eines muss man diesem Buch lassen, es regt zu allerlei Überlegungen und Ideen an.

Auch wenn sie vielleicht nicht im Sinne des Autoren sein mögen....

Doch nun wünsche ich viel vergnügen mit dem Sketchblog!

Vorab noch:
Photobucket - Video and Image Hosting Darum geht es im Prinzip in "der Schwarm".

1 Kommentar 18.7.06 21:39, kommentieren



Bemerkenswerte Figuren des Buches

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dargestellte Figur:
Sigur Johanson, seines Zeichens brillianter Biologe, Schöngeist, Feinschmecker und überhaupt ein ganz tolliger Mensch.

Bezugnehmende Stelle/n im Buch:
"Johanson dachte an seinen Bordeaux und die kleine Sammlung französischer und italienischer Käse in seinem Koffer....." Seite 65 (nach der Taschenbuch-Ausgabe)

"Ihr Blick fiel auf die Käseplatte und die geöffnete Flasche Bordeaux."...."Johanson hatte den Monitorraum vor einer halben Stunde verlassen, um alles vorzubereiten. "Brie des Meaux, Taleggio, Munster, ein alter Ziegenkäse und etwas Fontina aus den piemontischen Bergen," stellte er die Käse der Reihe nach vor.....(Hmm, hat er einen vollklimatisierten Koffer für seine ziemlich exklusiv klingenden Käse gehabt oder müffelten seine Unterhos....Aber lassen wir das) Seite 71 (nach der Taschenbuchausgabe)


Darum nervt er/sie:
Johanson ist der geballte Schöngeist. Er ist einfach nur tollig. Toll gebildet, schleppt tolle Käse mit sich rum, fabriziert in seiner Hütte in Norwegen Risotto, wo unsereins ein Glas Würstchen aufgemacht hätte.

Und überhaupt erinnerte er mich schon bald in seinem Aussehen und seinem Gestus her sehr, sehr unangenehm an den Autoren. Und wenn man den Verdacht eines "Gary Stus" (männliche Variante zu Mary Sue, nähere Erklärung hier (in Englisch)) hat, ist der Lesegenuss doch schnell gestört und wird zum Leseverdruss.

Klar, in jeder Figur steckt ein wenig was vom Autoren. Aber in diesem Fall wurde es sehr auffallend. Man möchte Sigur Johanson entweder den Käse und den Wein wegnehmen und stattdessen eine Tüte Chips und Bier in die Hand drücken oder ihn schlicht in die Fänge des Architheutis (Riesentintenfisch) werfen!

1 Kommentar 18.7.06 22:04, kommentieren

Verwirrte Biologen

Ich mache mal meinen Anfang mit einem geistigen Erguss zum Biologen-Dialog auf Seite 131. Wer so dämlich ist, und während dem morgendlichen Rasieren seine Hand wie ein sich windender Wurm bewegt und sich DABEI auch noch - versehentlich! - einen Teil seines Schnauzbarts wegschnibbelt... dem sollte man besser kein Messer mehr in die Hand geben. Sind Biologen so verpeilt?

 

18.7.06 23:50, kommentieren

Am Beginn war.....

Ein Fisch! Und zwar der berühmte Johnson's schwarzer Angler. Hässlich ohne Ende die Biester, aber faszinierend. Die Weibchen sind im Vergleich zu den Männchen riesig, aber insgesamt werden diese furchterregenden Tiefseemonster nicht grösser als 20 Zentimeter.

Die winzigen Männchen saugen sich an den Weibchen fest um sie zu befruchten. Ausserdem leben sie quasi parasitär von ihnen, indem sie sich von ihrem Blutkreislauf miternähren. Und mit der Zeit verkümmern die Männchen zu hässlichen Wurmfortsätzen an den ebenso hässlichen Weibchen.

Naja, nach dieser kleinen Biologieeinführung hier die erste Zeichnung, mit der ich meinen gegenwärtigen "Lieblingsroman" "Der Schwarm verziert habe:

Ein Johnson's Schwarzer Angler mit angeborener Leselampe, bei der Lektüre grooosser Literatur. Das Buch ist natürlich aus wasser-und salzbeständigen Papier.

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1 Kommentar 19.7.06 22:11, kommentieren

Angepisste Wale....

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Bezugnehmende Stelle im Buch:
"Mit solcher Wucht krachte der Wal gegen die Lady Wexham, dass der Dampfer heftig ins Schwanken geriet."
(Seite 154, Taschenbuchausgabe)

Die Wale in Kanada greifen arglose Whale Watcher an. Das Buch führt zwar einen anderen Grund an, aber was wäre, wenn die Wale einfach nur angefressen von den ganzen nervigen Touris waren?!

1 Kommentar 24.7.06 11:53, kommentieren

Ernüchternde Momente der Menscheit

Es spukt ja in den Köpfen so mancher baumumarmender Naturfreunde die Idee vom Tier als besseren Menschen. Und Wale nehmen in dieser flauschigen Weltsicht die Rolle von planktonfressenden Engeln ein.

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Ich denke, ich brauche nicht näher zu erläutern, dass ich diese Weltsicht nicht teile. Würden wir immernoch verzückt Buckelwalgesängen auf den Esotherik-CDs lauschen, wenn wir WÜSSTEN, was die Wale sich so über Hunderte Kilometer hinweg sich zu sagen haben?!

30.7.06 23:18, kommentieren